Fischgassen-Nachbarschaft - Andernacher Nachbarschaften

Wenn Sie die Fahne der Fischgassen-Nachbarschaft anklicken kommen Sie auf die Hompage dieser Nachbarschaft
 

                              Die Fischgassen  Nachbarschaft

 

Im Jahre des Herrn 1787, in Frankreich regierte König Ludwig XVI., und in Preußen war der König Friedrich Wilhelm II gerade ein Jahr an der Macht, da entschlossen sich Andernacher Bürger zur Gründung einer weiteren Gemeinschaft, der Fischgässer-Nachbarschaft.

 

Hier in Rheinnähe wohnten vor allem die Menschen, die hauptberuflich vom Fischfang lebten. Bis Anfang der 30er Jahre des vergangenen Jahrhunderts gab es diese Berufsfischer in der Unteren und Oberen Fischgasse.

 

Noch heute spiegeln sich im Bild der Nachbarschaftsfahne die Anstrengungen einer Fischerbootsbesatzung beim Einholen der überfüllten Netze wider. Im Bereich der Kernstadt bestanden damals bereits seit über 150 Jahren Nachbarschaften, die sich zum Teil aus anderen Berufszweigen gegründet hatten, wie Eisengässer, Kramgässer und Wollgässer.

  

Natürlich trafen sich nun auch die Fischgässer Nachbarn alljährlich zu ihrem Gelog und führten Protokoll über Mitglieder, Kassenlage, Todesfälle sowie über alle weiteren Ereignisse innerhalb der Nachbarschaft, der Stadt und des Landes. Überliefert ist, dass in der Blütezeit der Genoveva-Alexander-Nachbarschaft, unter dem stadtbekannten Postmeister Hubert Armbruster, ein Zusammengehen zwischen den Fischgässern und der Gemeinschaft Genoveva-Alexander vereinbart und praktiziert wurde, was aber nach dem Tode der beiden verantwortlichen Amtmänner wieder auseinanderging.

 

Leider wurde das erste Protokollbuch bei einem Feuer im Stammlokal der Nachbarschaft so in Mitleidenschaft gezogen, dass die Aufzeichnungen unwiderbringlich verloren gingen. Zurzeit werden viele weiteren Aufzeichnungen übersetzt und digitalisiert, damit sie der Nachwelt erhalten bleiben. So mancher Vorfahre ist hier erwähnt, und das Niedergeschriebene

dient als reichhaltiger Fundus, was besonders ein Eintrag aus dem Jahre 1905 bestätigt.

Bei der Grundsteinlegung des neuen Postgebäudes in der Bahnhofstraße (heute Commerzbank) wurden Geldstücke aller Art mit dem Grundstein eingemauert.

 

Am folgenden Tag aber war der Grundstein, samt Inhalt, verschwunden. Die Andernacher rätselten, unglaublich-, wer mag sich hier wohl bereichert haben?

Gerade in früheren Zeiten waren das Miteinander und die gegenseitige Hilfe in Notsituationen von großer Bedeutung und als Motiv sicher bestimmend bei der Gründung dieser Nachbarschaft.

 

Durch die direkte Rheinnähe waren die Nachbarn immer wieder von schweren Hochwassern geschädigt. 1983 wurden die Rheinanlieger von einem Jahrhundert-hochwasser von knapp 10 Meter Pegelstand heimgesucht. Die Solidarität der anderen Andernacher Nachbarschaften und der Bürger war überwältigend. Eine Spendenaktion, an der sich Privatleute, Stadt, Vereine und Gesellschaften beteiligten, erbrachte DM 154.000, welche ganz unbürokratisch den Betroffenen zuteilwurde.

 

Bei dieser Katastrophe war der Zusammenhalt der Nachbarschaften untereinander vorbildlich.                                           - 

 

Diese kleine Nachbarschaft zählt heute etwa 50 Mitglieder. Obwohl im Rahmen der Altstadtsanierung in den 70er Jahren fast alle Nachbarn in andere Gebiete der Stadt verzogen, sind sie ihrer Nachbarschaft treu geblieben.

Neben dem jährlichen Gelog werden auch stets weitere Veranstaltungen, wie Frühstücks-brunch, Skatturniere, Sommerfeste und Ausflüge abgehalten, oder wie im letzten Jahr unser großes 225-jähriges Jubiläum gefeiert.

Gerne würden wir neue Mitglieder, egal ob neu hinzugezogen oder alt eingesessen, in unserer Nachbarschaft begrüßen, denn nur so kann diese seltene Tradition fortbestehen und

ein wohlwollendes Miteinander gefördert werden.

 

Quellen:

Nachbarschaftsbuch der Fischgässer

Recherchen:  Wolfgang Laudien

www.fischgassen-nachbarschaft.de

 
 
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