Landsegnung-Nachbarschaft - Andernacher Nachbarschaften

Wenn Sie die Nachbarschaftsfahne anklicken kommen Sie auf die Hompage der Landsegnung-Nachbarschaft.
 

                                 Landsegnung Nachbarschaft

 

     Die Landsegnung-Nachbarschaft ist eine der jüngsten Nachbarschaften in Andernach.

Sie entstand, als die Burgtor-Nachbarschaft 1950 beschloss die Nachbarschaft wegen ihrer räumlichen und zahlenmäßigen Größe aufzuteilen. 206 der Stammmitgliedern wurden von der Landsegnung übernommen und sie war damit die größte Gesellschaft.

 

Man übernahm Gepflogenheiten bezüglich Mitgliederbeiträge und des Sterbegeldes sowie auch die Satzung von der Burgtor-NB. Es wurde der 1. August 1950 als Gründungstag festgeschrieben.

Der Name der Landsegnung-Nachbarschaft rührt vom Flurnamen her, der sich auf die Sakraments-Prozession bezieht; das heißt: die Nachbarschaft wohnte an dieser Stelle dem Flursegen bei, nämlich der Landsegnung!

 

Und eben diese Straße "Landsegnung" bis zur Eisenbahnstraße, sowie die Güntherstraße bis zur Ludwigstraße, die Genossenschaftsstraße, die Karolingerstraße, als auch der Grüne Weg gehören zum Einzugsgebiet der Nachbarschaft.

Die Anschaffung einer Fahne war nur durch die große Opferbereitschaft der Nachbarn möglich. So fand die Fahnenweihe am 12. Juli 1953 statt. Zu dieser Feier war damals auch der Südwestfunk eingeladen und hatte ein Tonband produziert.

 

Das Gelog und der Frauenkaffee waren alljährlich die wichtigsten gesellschaftlichen Ereignisse innerhalb der Nachbarschaft. Das erste Gelog, für diese Zeit selbstverständlich ohne Frauen, fand im großen Gefolgschaftsraum der Firma Jakob Schleis im Grünen Weg statt. Spätere Veranstaltungsorte waren der Saal Gabel, das Jugendheim der Pfarrei, der Christopherus-Saal, das Hotel zur Glocke, die „Braustube zum Hein” in der Güntherstraße, das Hotel Kossmann, sowie das Kolpinghaus. Heute finden die Geloge im Hotel Rheinkrone statt!

 

Da man auch den Frauen etwas bieten wollte, richtete man auch 1951 im Saale Gabel den ersten Frauenkaffee aus.

Gelog und Frauenkaffee wurden bald zusammengelegt. Karnevalistische Darbietungen, sowie die sozialen Preise der Getränke, ließen schnell das Gelog der Landsegnung-Nachbarschaft zum Geheimtipp avancieren. Da der Schöffenstuhl die Bewirtung selbst in die Hände nahm, waren moderate Preise möglich und es floss auch noch ein kleiner Beitrag in die Nachbarschaftskasse. Bei keiner Veranstaltung fehlte der Besuch des amtierenden Prinzenpaars und es war auch immer für die musikalische Unterhaltung gesorgt.

 

Der Jahresbericht des Schriftführers hatte in der Hauptversammlung früher eine andere Bedeutung als heute, war man doch früher auf Berichterstattung und Kommentare angewiesen, wollte man sich nur ungern seine eigenen Gedanken machen. Die Menschen damals hatten andere Sorgen. So gut wie niemand hatte einen Fernseher und wenn man Glück hatte, besaß man ein Radio. Die wenigsten konnten sich eine Tageszeitung leisten. Man war also auf diese Berichte angewiesen.

Ab 1972 wurde der Frauenkaffee am gleichen Tag abgehalten wie das Gelog, man nutzte Synergie-Effekte aus.

 

So stellte sich auch die Frage des Weineinkaufs für diese Veranstaltungen, vor allem des rechtzeitigen Einkaufs. Ihm wurde immer wieder die allergrößte Aufmerksamkeit gewidmet. Es versteht sich von selbst, dass es sich dann der gesamte Schöffenrat zur besonderen Aufgabe machte, einen guten Wein fürs Gelog vorzukosten und einzukaufen, die finanziellen Hintergründe nicht außer Acht lassend. Man wollte die verschiedenen Anbieter alle berücksichtigen und so musste man bei jedem ja eine neue Weinprobe vornehmen.

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Dem kam zugute, dass unter den Schöffen einige Weinkenner waren, die Aufgrund ihrer Erfahrung den richtigen Tropfen fanden.  

 

Die Nachbarschaft war sehr daran interessiert eine Kirche im Einzugsgebiet zu haben. Die Grundsteinlegung von St. Peter erfolgte im Mai 1955. Viele Nachbarn wurden Mitglied im Neubauverein St. Peter. Die Nachbarinnen und Nachbarn  sammelten für diesen Neubau über 7.500,--DM. In dieser Zeit des Aufbaus und der geringen Löhne eine wahrhaft stattliche Summe.  1961 endlich wurde die Glockenweihe der 4 Glocken von St. Peter vollzogen.                

 

Einen Eintrag des damaligen Schriftführers Marx in der Chronik von 1958 zum Thema Frauenkaffee möchte ich gerne wörtlich zitieren: „Es ist sicherlich eine erfreuliche Tatsache, dass unsere Frauen gerne zu einem Tänzchen aufgelegt sind, ist es doch ein Zeichen, dass sie sich in bester Verfassung befinden und die Haushaltsgelder und weiter Abfindungen durch uns Ehemänner reichlich sind und keine Sorgen unsere Frauen belasten.”  Und hätte interessiert, ob die Frauen das bestätigten.

 

Im Jahr 1977 erreichte die Zahl der Stammmitglieder stolze 264; den höchsten Stand in der Geschichte der Nachbarschaft.

Zwei extreme Hochwasser im April und Mai 1983 belasteten viele Familien verschiedener Nachbarschaften finanziell sehr hoch. Die Amtmänner rufen zu einer Spendenaktion auf und so konnten bereits nach einer Woche 6700 DM an die Betroffenen ausgezahlt werden. Daraufhin wurde bei der Stadt ein Spendenkonto eingerichtet. Fast 155.000 DM wurden im Juli an 51 Rheinbewohner verteilt.

 

 

Nachdem der Kostendruck immer mehr wuchs, trennte man 1987 Gelog und Gemeinschaftsveranstaltung. Das Gelog fand in der Gaststätte „Braustube zum Hein” statt. Anstatt der bis dahin geübten Tradition, eine Flasche Wein und einen Imbiss an die Mitglieder auszugeben, wurde ein Verzehrbon in Höhe von 8 DM eingeführt. Die Gemeinschaftsveranstaltung fand weiterhin im Christopherus-Saal statt.

 

Seit 1991 die Gemeinschaftsveranstaltung wegen des Golfkrieges abgesagt wurde, organisierten im Sommer einen sogenannten Nachbarschaftskaffee. Daraus entwickelte sich unser Sommerfest das wir bis heute in den verschiedensten Lokationen mit viel Zuspruch feiern.

 

Wir sind ein stolz auf die Tatsache, dass 1994 auf Initiative unserer Nachbarschaft eine Familienhilfe unter dem Stichwort „Hilfe für David” ins Leben gerufen wurde, aus der sich der heutige Verein „Konduktives Training e.G” bildete, deren Schirmherrin die Frau unseres Oberbürgermeisters Hütten ist. Es geht dort um die finanzielle Unterstützung wichtiger, erfolgversprechender Therapien nach der Petö-Methode für cerebral behinderte Kinder, deren Kosten von den Krankenkassen nicht übernommen werden.

 

Auch 1996 ließen es sich die Nachbarschaften anlässlich des in Andernach abgehaltenen Rheinland-Pfalz-Tages nicht nehmen, an den Feierlichkeiten mit einer Abordnung teilzunehmen.

 

Ein Höhepunkt im Nachbarschaftsgeschehen war im Jahr 2000 unsere 50-Jahr-Feier. 150 Nachbarn und geladene Gäste wurden im festlich geschmückten Christopherus-Saal mit einem Sektempfang, kostenlosen Speisen und Getränken und einem tollen Programm überrascht.

 

2011 war unsere Fahne nach 55 Jahren regem Gebrauch marode und das sie dringend repariert werden musste, wenn sie nicht ganz zerfallen sollte, war offensichtlich. Die Fahne hat mehrere hundert Verstorbene zur letzten Ruhe geleitet und unsere Gemeinschaft bei vielen Festivitäten repräsentiert und das bei Wind und Wetter. 

 

Trotzdem lag der Reparaturaufwand bei etwa 2.600 €.

Eine solch außerordentliche hohe Ausgabe belastete unsere Finanzen erheblich. Bei einer Schöffensitzung wurde beschlossen, eine Spendenaktion ins Leben zu rufen. Der Aufruf zur Spende für die Fahne wurde an die Mitglieder verteilt; sie hatten ihn alle im Briefkasten.

Und was dann kam, überraschte uns wirklich sehr. Wir kamen bei NULL € für unsere Kasse raus.

 

Das soll unseren Nachbarinnen und Nachbarn erst einmal einer nachmachen.

Eine tolle Leistung und dafür danken wir allen sehr. Unsere Kasse wird dadurch zum Wohle aller Nachbarinnen und Nachbarn für ihre eigentliche Aufgabe geschont.

 

Die Fahne ist nun wieder in neuwertigem Zustand und wird hoffentlich für viele Jahre unsere Nachbarschaft repräsentieren können, bei Beerdigungen oder bei sonstigen Anlässen. Die Aufarbeitung hat sich gelohnt. Sie wird künftig durch eine Klarsichthülle vor Regen und durch eine Lagerhülle geschützt, um die Lebensdauer so weit wie möglich zu verlängern.

 

Erreichte 1977 die Zahl der Stammmitglieder stolze 264 sind es heute noch 97. Und genau diese       Entwicklung stellt das größte Problem der Nachbarschaft dar. Amtmann Heinz Lüthke berät mit seinem Schöffenrat, was man gegen diese Entwicklung unternehmen könnte.

 

     Ein paar Worte zur Zukunft:

In keinem Jahrhundert war die Menschheit hungriger nach Bildern, in keinem Jahrhundert war die Menschheit hungriger nach Informationen. Es bleibt heutzutage auf der Welt nichts, über das wir keine Infos bekommen könnten. Man wird durch die Medien, sei es die Zeitung, Illustrierte, Radio, Fernsehen, oder gar die ganz moderne Form, das Internet geradezu überschwemmt. Und diese Informationsflut überwältigt, ja, überfordert sogar manchen. Man muss ein Feingefühl dafür entwickeln, was von diesen Infos für einem selbst wichtig und wissenswert ist.

Dieses Filtern fällt vielen Menschen schwer, weil wir es nicht mit der Schnelligkeit lernen konnten, wie die Technik, die uns diese Menge an Infos letztendlich präsentiert, sich entwickelt hat.

Da kommt dann wieder das Gespräch zwischen zwei Menschen, so auch zwischen zwei Nachbarn, als willkommene Abwechslung gerade recht.  Da brauchen wir nicht zu filtern, wir hören zu und wissen sofort, was gemeint ist. Wir wissen, was er gerne hört und können darauf eingehen. Und aus diesem Grund glaube ich, dass die Nachbarschaften, auch wenn die meisten Nachbarn sich nur zweimal im Jahr, nämlich beim Gelog und beim Sommerfest, sehen, eine große Hilfe bei der zwischenmenschlichen Kommunikation sein können und deshalb auch heute noch eine Daseinsberechtigung haben.

Für manche Menschen zählen nur intellektuelle Fähigkeiten; zum Beispiel: wissen wie man Probleme löst, wissen, wie man einen Vorteil erkennt und ihn dann auch ausschöpfend nutzt. Aber die Leistungen des Intellekts sind unzulänglich ohne Mut, Liebe, Freundschaft, Mitleid und Einfühlungsvermögen.

 

Wir kümmern uns um andere. Das ist unser Fluch, aber das ist auch unser Segen und auch unsere Aufgabe als Mitglieder einer Nachbarschaft.

 

www.landsegnung-nachbarschaft.de

 
 
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